„Viele Angebote scheitern, weil die App für den Auftraggeber und nicht für den Nutzer optimert wird.“

„Viele Angebote scheitern, weil die App für den Auftraggeber und nicht für den Nutzer optimert wird.“

30. Januar 2011 in Events, News 2 Kommentare

1,6 Milliarden Euro Umsatz, so die Prognose für den europäischen Markt mobiler Apps – bereits ab dem Jahr 2013. Und das war nur eine der Kernaussagen auf den vergangenen zwei Tagen M-Days, der Kongress-Messe für mobile Kommunikations-, Vertriebs- und Contentlösungen. Wir haben den Kongress mit einem eigenen Programm auf der Developer-Bühne ergänzt und mit Jens Grochtdreis, Martin Kliehm und Patrick Lauke drei international anerkannte Referenten zu den Themen mobile Webseiten, Accessibility und Standards gewinnen können. Und damit ganz nebenbei an beiden Konferenztagen in Folge die wohl bestbesuchten Developer-Sessions organisiert – vielen Dank an alle Teilnehmer!!

Dabei sind die gewählten Themen aktueller denn je. Beispiel Verlags-Apps (darunter populäre Beispiele wie die iPad-Anwendungen von Wired oder der Zeit: Volker Glaeser, Director Internet Services bei Vodafone Deutschland, hatte es bereits auf der Eröffnungs-Keynote auf den Punkt gebracht – das sei „alles Trial and Error.

Aber auch zu Apps im Allgemeinen gab es diverse Studienergebnisse zu bewundern. Eine Aussage lesen Sie in der Überschrift: „Viele Angebote scheitern, weil die App für den Auftraggeber und nicht für den Nutzer optimert wird.“ Beliebtes Beispiel hierzu die Android-App, deren UI auf Biegen und Brechen der iPhone-App nachempfunden werden muss – und damit zwangsläufig mit der Android-eigenen User Experience bricht und so Gefahr läuft, den Android-Nutzer durch für ihn ungewohnte Elemente zu verprellen.

Inhalte, aber für alle

Aber wie können Inhalte denn nun sauber aufbereitet werden? Bereits die Darstellung „normaler“ Webseiten ist auf vielen mobilen Geräten ein Abenteuer. Hoch- oder Querformat? Mit Flash oder besser ohne? QVGA, WVGA oder gleich Retina? Und welche Features unterstützt der Zielbrowser?

Drei Ansätze bot Patrick Lauke in seiner Session Webseiten für Handys und mobile Geräte. Grob zusammengefasst:

  1. Nichts tun und darauf vertrauen, dass der Zielbrowser die Seite sauber rendert. In der Tat kommen moderne (mobile) Browser mit gängigen Webseiten gut zurecht.
  2. Eine separate mobile Webseite erstellen. Im mobilen Kontext genügt ggf. die Darstellung ausgewählter Informationen.
  3. Die Erstellung einer einzigen, dafür aber adaptiven Seite. Das Beste an dieser Variante – die grundlegenden Techniken sind bereits seit Jahren bekannt.

Wie sich das nun in der Praxis umsetzen lässt, erklärt Patrick aber am besten selbst. Seine Slides stehen bereits online bereit.

Panel: Mobile Development aus Sicht der Frontend-Entwickler & Accessibility-Experten

Foto: Martin, Jens und Patrick auf dem Speaker-Panel

Dafür sind Standards eben da, dass es nämlich überall funktioniert.
– Martin Kliehm, 2011

Im Anschluss luden wir die Teilnehmer auf ein gemeinsames Panel mit allen Experten ein. Patricks Session deutete ja bereits an, welche Rolle Standards in der aktuellen Entwicklung mobiler Apps spielen werden. Er gab den anwesenden Frontend-Entwicklern den Rat mit auf den Weg, zunächst mobile first zu entwickeln (sich also zunächst auf die Inhalte für die mobile Variante zu konzentrieren) und anschließend dann die Seite nach und nach auch für Desktop-Anforderungen auszubauen. So ließen sich viele Geburtswehen bei der ansonsten nachgelagerten Optimierung auf mobile Inhalte von vornherein umgehen.

, ,

2 Trackbacks

Antworten

Gravatare werden unterstützt :-)